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Grob, fein, final: die drei Phasen der Baureinigung

Clenux-Teammitglied reinigt ein Dachgeschoss vor der Übergabe mit der Bodenreinigungsmaschine
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Der Fliesenleger war am Montag fertig, der Elektriker hat am Dienstag die letzten Schalter montiert, am Donnerstag ist Übergabe. Der Raum ist fertig, aber noch nicht nutzbar. Feiner Baustaub liegt auf den Regalen, in den Heizkörperrippen und im Gitter der Klimaanlage, auf dem Boden sind Gips- und Farbflecken, an den Fenstern Etiketten und Schutzfolie. In diesem Moment denken die meisten Auftraggeber an eine einzige gründliche Reinigung. Die Erfahrung zeigt etwas anderes: Die Baureinigung ist eine Folge aufeinander aufbauender Phasen, und jede hat ein anderes Ziel.

Warum lässt sich das nicht in einem Durchgang erledigen?

Baustaub verhält sich anders als Hausstaub. Seine Partikel sind winzig, schweben lange in der Luft und setzen sich noch Stunden nach der Reinigung auf bereits gesäuberten Flächen ab. Wird ein Raum an einem einzigen Tag gereinigt, ist das am Vormittag abgewischte Regal am Abend wieder staubig. Hinzu kommt, dass in den letzten Wochen alle Gewerke gleichzeitig arbeiten: Was wir heute reinigen, kann morgen der Maler oder der Monteur wieder verschmutzen. Deshalb richten wir die Reinigung nach dem Bauablauf aus und teilen sie in Phasen auf.

Baustaub ist zudem nicht nur eine Frage der Optik. Laut einer Information der britischen Arbeitsschutzbehörde (HSE) ist er mehr als ein Ärgernis: Regelmäßiges Einatmen kann langfristig zu Lungenerkrankungen führen. Staub darf deshalb nicht aufgewirbelt, sondern muss aufgenommen werden.

AbschnittWannZielTypische Arbeiten
1. GrobreinigungWährend der Bauphase, zwischen den GewerkenÜbersichtlicher, sicher begehbarer RaumBauabfälle, Verpackungsmaterial, grober Staub, Farbflecken und -spritzer
2. FeinNach den Montagearbeiten, vor der ÜbergabeRückstandsfreie OberflächenFarb-, Gips- und Kleberreste, Etiketten und Folien, Behandlung von Belägen, Entstaubung mit HEPA-gefilterten Geräten
3. AbschlussUnmittelbar vor der ÜbergabeÜbergabe- und bezugsfertiger ZustandSanitärbereiche, Küchenflächen, Schränke innen, Boden bis in die Ecken
Wo die einzelnen Phasen beginnen und enden, ist von Projekt zu Projekt verschieden: Maßgeblich ist immer der Bauzeitenplan des ausführenden Unternehmens.

1. Grobreinigung: Ordnung zwischen den Gewerken

In der ersten Phase werden Bauschutt, Verpackungsmaterial und grober Staub entfernt, und wir beginnen bereits mit der Beseitigung von Farbflecken und Spritzern. Zu diesem Zeitpunkt können noch kleinere Arbeiten laufen. Ziel ist daher nicht die endgültige Sauberkeit, sondern ein übersichtlicher, sicher begehbarer Raum für die nachfolgenden Gewerke. Auf einer aufgeräumten Baustelle fallen auch Mängel früher auf: Der Bauunternehmer bemerkt rechtzeitig, wenn ein Belag beschädigt ist oder eine Armatur fehlt.

2. Feinreinigung: die Phase der Details

In der zweiten Phase kommt jede Fläche an die Reihe, von den Schaltern bis zu den Türzargen und Heizkörpern. Hier entscheidet sich, ob der Raum nur aufgeräumt wirkt oder wirklich sauber ist.

Staub: von oben nach unten, in mehreren Durchgängen

Der hartnäckigste Gegner ist Baustaub. Wir arbeiten uns von den oberen Flächen, den Leuchten, den Klima- und Lüftungsgittern und den Oberkanten der Türen nach unten vor, in mehreren Durchgängen und mit HEPA-gefilterten Geräten. Entscheidend ist der Filter: Ein einfacher Staubsauger bläst den Feinstaub teilweise zurück in die Luft, von wo er sich wieder auf die bereits sauberen Flächen legt.

Gipsstaub und Farbreste auf einem frisch verlegten Boden, bei der Besichtigung
Der hartnäckigste Gegner der Feinreinigung: Gipsstaub, der sich auf dem Belag festsetzt.

Rückstände: mit einem für den Belag geeigneten Mittel

Farb-, Gips- und Kleberückstände dürfen nur mit schonenden Methoden entfernt werden. Was sich auf Feinsteinzeug bewährt hat, kann auf einem Kunstharz- oder PVC-Boden Flecken hinterlassen, deshalb wählen wir Mittel und Werkzeug immer passend zum Belag. Wo die Oberfläche bereits beschädigt ist, gehen wir bis an die Grenze dessen, was eine Reinigung leisten kann, und halten das bei der Übergabe mit Fotos fest. So muss nicht erst am Ende der Reinigung geklärt werden, wann und durch wen ein Kratzer entstanden ist.

Glas: Etiketten, Folie, Rahmen

Verschmutzungen an Fenstern und Glaswänden fallen bei der Übergabe als Erstes auf. Schutzfolien und Etiketten müssen entfernt werden, ohne Rahmen und Glas zu beschädigen; deshalb reinigen wir das Glas zusammen mit der Feinreinigung. Über die Technik für ein streifenfreies Ergebnis in einem eigenen Artikel geschrieben.

Mit Bauschmutz bedeckte Fensterscheibe vor der Übergabe
Schutzfolie am Rahmen, Bauschmutz auf dem Glas: Das ist Aufgabe der Feinphase.

3. Abschlussreinigung: übergabe- und bezugsfertig

Ziel der letzten Phase ist, dass die Räume übergabe- und bezugsfertig sind. Jetzt sind die Sanitärbereiche an der Reihe (Armaturen, Fliesen, Spiegel, Silikonfugen – ohne Kalk- und Mörtelreste), die Küchenflächen, das Innere der Schränke und zuletzt der Boden bis in die Ecken, mit einer maschinellen Reinigung, die zum jeweiligen Belag passt. Am Ende entstehen Fotos von jedem Raum, ein Übergabeprotokoll und eine Mängelliste mit allem, was sich durch Reinigung nicht beheben lässt.

Zwischen Feinreinigung und Schlussreinigung sollte man warten, bis sich der Staub in der Luft gesetzt hat. Beginnt die letzte Runde zu früh, liegt auf den frisch abgewischten Flächen am nächsten Tag wieder eine dünne Staubschicht.

Bei der Baureinigung hängt die Qualität von der Reihenfolge ab: was zu früh gereinigt wird, muss noch einmal gereinigt werden.

Was der Auftraggeber vorab vorbereiten kann

  • den Zeitplan: wann die einzelnen Gewerke fertig sind und wann die Übergabe stattfindet
  • die Liste der Oberflächen: Art der Böden, Wandverkleidungen und Glasflächen
  • Strom- und Wasserzugang für die Dauer der Reinigung
  • wer die Arbeit abnimmt und welche Dokumentation erwartet wird
  • bereits bekannte Schäden, damit sie nicht erst nach der Reinigung zum Vorschein kommen

Liegen diese Angaben bei der Begehung vor Ort vor, lassen sich auch die Abschnittsgrenzen und die Teamgröße genau planen.

Ein reales Projekt in Zahlen

Das Pflegeheim in Százhalombatta zeigt deutlich, warum man nach Bodenbelag unterscheiden muss. Im umgebauten und erweiterten Gebäude wechseln sich elastischer PVC- und Gummiboden, Feinsteinzeug und Kunstharz ab, in den Nassräumen sind die Wände bis Türhöhe gefliest, in den Gemeinschaftsbereichen stehen große Glaswände. Jede Fläche verlangt ein anderes Mittel und eine andere Methode, und Baustaub ist überall vorhanden.

1 922 m²


Boden: PVC und Gummi 1 504, Kunstharz 364, Feinsteinzeug 54 m²

726 m²


Wandfliesen in den Nassräumen

418 m²


verglaste Fenster und Türen sowie Glaswände

Wir haben die Arbeiten in zwei Phasen aufgeteilt, mit einem großen Team und abgestimmt auf den Bauzeitplan. Beide Phasen schlossen mit einer Fotodokumentation und einem unterschriebenen Leistungsnachweis ab. Was genau diese Dokumentation umfasst und warum sie mehr wert ist als ein paar schöne Fotos, haben wir in diesem Artikel ausführlich beschrieben.

Fand die Renovierung nur in einer einzelnen Wohnung statt, gilt dieselbe Logik im Kleinen; über die richtige Reihenfolge der Schritte vor dem Einzug haben wir hier geschrieben. Eine gute Baureinigung erkennt man am Ende nicht daran, dass der Raum glänzt, sondern daran, dass es bei der Abnahmebegehung nichts zu beanstanden gibt.

Clenux-Autoren

  • Fodor Márton

    Mitgründer, Geschäftsführer

    LinkedIn
  • Kocsis Dániel

    Mitgründer, Geschäftsführer

    LinkedIn

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