Inhaltsverzeichnis
- Zwei getrennte Fragen: Abnutzung und Verschmutzung
- Küche: Hier entscheiden sich die meisten Übergaben
- Badezimmer: Kalk, Silikon, Abfluss
- Wände, Türen, Fenster
- Was fast immer vergessen wird
- Eine Woche vor der Übergabe: die richtige Reihenfolge
- Foto: damit beide Seiten vom selben Stand ausgehen
- Aus Sicht des Vermieters
Bei der Schlüsselübergabe geht der Vermieter selten so durch die Wohnung, wie der Mieter es erwartet. Er achtet nicht auf den Gesamteindruck des Wohnzimmers: Er öffnet den Backofen, fährt mit dem Finger über die Schrankoberseite, schaut in die Schiene der Duschkabine. In wenigen Minuten zeigt sich, ob die Übergabe kurz wird oder eine lange Diskussion über die Kaution beginnt. Die gute Nachricht: Diese Stellen sind bekannt und lassen sich mit einer gründlichen Reinigung vorab in Ordnung bringen.
Zwei getrennte Fragen: Abnutzung und Verschmutzung
Bei der Übergabe werden zwei Dinge leicht verwechselt. Das eine ist die Abnutzung durch das Wohnen: ein Parkett, das seinen Glanz verliert, eine lockere Türklinke, ein gealterter Anstrich. Das andere ist Verschmutzung: Fett, Kalk, Staub, Kleberreste. Wie Ersteres in die Abrechnung der Kaution einfließt, regeln der Mietvertrag und die Vereinbarung der Parteien; maßgeblich ist hier der Vertrag, im Streitfall hilft eine juristische Fachperson weiter. Die Verschmutzung dagegen liegt ganz in der Hand des Ausziehenden – und genau daran scheitern Streitigkeiten in der Regel.
Bei sauberen Oberflächen jeder Schaden wirkt kleiner, und man kann sich leichter darüber einigen.
Küche: Hier entscheiden sich die meisten Übergaben
Die Küche ist der häufigste Streitpunkt, weil sich hier Schmutz schichtweise ablagert und hier die meisten Türen geöffnet werden. Beim Kochen gelangt Fett in die Luft, setzt sich auf jeder waagerechten Fläche ab und bindet den Staub. Auf Schränken und Dunstabzug wartet deshalb kein einfacher Staub, sondern ein klebriger Film. Er lässt sich mit Fettlöser und Einwirkzeit entfernen, nicht mit Kraft.
| Punkte | Was bei der Übergabe geprüft wird | Worauf bei der Reinigung zu achten ist |
|---|---|---|
| Backofen | Innenraum, Backbleche, Rost, Türglas | eingebranntes Fett braucht Einwirkzeit, kein Schrubben |
| Dunstabzugshaube | Filter und Abdeckung | auch oben an der Verkleidung, nicht nur unten |
| Kühlschrank | Regale, Schubladen, Gummidichtung | in den Falten der Dichtung bleibt der Schmutz zurück |
| Schränke | innen, Schubladen, Schrankoberseiten | ausgeräumt, Fach für Fach |
| Über der Arbeitsplatte | Fliesen und Fugen | Fett, das sich in den Fugen festsetzt, verfärbt sie |
| Spüle | Becken, Armatur, Abfluss | am Fuß der Armatur sammelt sich Kalk |
Badezimmer: Kalk, Silikon, Abfluss
Kalk an Duschkabine, Armaturen und WC, verfärbtes Silikon und der Zustand der Abflüsse sind bei fast jeder Übergabe ein Thema. Kalk lagert sich schichtweise ab, deshalb reicht wöchentliches Abwischen nicht: Nötig sind ein auf Belag und Armatur abgestimmter Kalklöser und eine ausreichende Einwirkzeit. Die Wahl des Mittels ist hier wichtiger als Kraft, denn saure Reiniger schädigen Marmor und manche Natursteinbeläge dauerhaft.
Was eine Reinigung nicht löst
Schimmeliges Silikon lässt sich durch Reinigung nicht beheben, nur durch Austausch. Ebenso sind gesprungene Fliesen, ein tropfender Wasserhahn oder ein langsam ablaufender Siphon eine Frage der Reparatur, nicht der Reinigung. Diese Punkte sollten Sie schon vor der Übergabe prüfen und bei Bedarf von einer Fachkraft beheben lassen oder vorab mit dem Vermieter klären, denn tauchen sie erst bei der Übergabe auf, wiegen sie deutlich schwerer.
Wände, Türen, Fenster
Der graue Rand um Schalter und Türgriffe, Kleber- und Nagelspuren an der Wand, die Oberkanten der Türblätter und die Zargen: In einer leeren Wohnung fällt all das auf, weil nichts davon ablenkt. Ein Wandschaden ist keine Frage der Reinigung, der Schmutz drumherum schon. Am Fenster prüft der Vermieter nicht nur das Glas, sondern auch Rahmen, Schiene und Fensterbank; wie das Glas streifenfrei bleibt, dazu haben wir einen eigenen Leitfaden geschrieben.
Was fast immer vergessen wird
- die Heizkörperrippen und die Wand hinter dem Heizkörper
- Staub und Abdrücke auf dem Boden, wo Möbel standen
- Innenräume und Fachböden der Einbauschränke
- Sockelleisten und Bodenecken
- Balkon, Terrasse und der zur Wohnung gehörende Abstellraum
Eine Woche vor der Übergabe: die richtige Reihenfolge
- Mietvertrag und Übergabeprotokoll oder Fotos vom Einzug heraussuchen: Sie zeigen, in welchem Zustand die Wohnung übernommen wurde.
- Die Wohnung anhand der obigen Punkte begehen und auf einer separaten Liste notieren, was eine Reparatur erfordert, nicht eine Reinigung.
- Ausziehen: Alle Sachen, Kartons und eigenen Möbel kommen aus der Wohnung.
- Reinigung der leeren Wohnung, von oben nach unten, von den hohen Stellen bis zum Boden.
- Fotos pro Raum, direkt nach der Reinigung.
- Übergabe an den Vermieter, möglichst bei einer gemeinsamen Begehung.
Warum beim Ein- und Auszug eine andere Reihenfolge richtig ist, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.
Foto: damit beide Seiten vom selben Stand ausgehen
Fotos jedes Raums halten den übergebenen Zustand fest. Kommt bei der Übergabe eine Frage auf, muss sich niemand auf sein Gedächtnis verlassen. Fotografieren Sie am besten bei Tageslicht, möglichst aus demselben Blickwinkel wie beim Einzug, und nehmen Sie auch geöffnete Geräte und Schränke auf. Wir übergeben die Wohnung am Ende der Arbeit mit Fotos jedes Raums – so haben Mieter wie Eigentümer eine verlässliche Grundlage.
Bei der Übergabe zählt nicht, ob die Wohnung sauber wirkt, sondern ob sie es auch hinter geöffneten Türen ist.
Aus Sicht des Vermieters
Das gilt auch umgekehrt. Wird die Wohnung beim Mieterwechsel sauber und mit Fotos dokumentiert an den nächsten Mieter übergeben, dient dieser Zustand auch beim nächsten Auszug als Maßstab. Eine saubere Übergabe ist damit nicht das Ende eines Mietverhältnisses, sondern der Ausgangspunkt des nächsten. Steht der Übergabetermin bereits fest, bei der Angebotsanfrage genügt es, diesen zusammen mit der Wohnungsgröße anzugeben.
